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Dabbawallas und die Tiffin – Lieferservice auf indisch

Sicher hast du inzwischen von unserer neuen Initiative gehört und weißt, worum es beim Tiffin Projekt geht. Wir wollen mit Edelstahlboxen, den sogenannten Tiffin Boxen, schädliche Einwegverpackungen ersetzen und somit zur Müllreduzierung beitragen.

Doch woher kommt eigentlich der Name Tiffin?

Um das zu erklären, müssen wir einen Blick nach Indien werfen. Denn dort liegt der Ursprung des Tiffin Projekts und auch der ECO Brotboxen an sich.

Tiffin ist der englische Begriff für die mehrlagigen Edelstahlboxen mit praktischem Tragehenkel. In Indien werden diese Boxen Dabbas genannt. Hier bei uns sollen sie bald im Take-Away Bereich zum Einsatz kommen, damit du dein Essen nicht mehr in einem Berg von Plastik transportieren musst.

Dabbawallas – Logistik made in India

Vorbild für unser Take-Away System ist der Lieferdienst der Dabbawallas in Mumbai/Indien. Die Boten, die sogenannten Dabbawallas, liefern dort täglich etwa 200.000 Mittagessen direkt zur Arbeitsstelle des Empfängers. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Essen: die Inder bevorzugen echte Hausmannskost, denn nur die wird den eigenen Vorlieben und den vielfältigen religiösen Vorschriften gerecht. Nur Essen, das Liebe enthält, ist gesund und spendet Kraft. So bereitet die Frau also jeden Morgen eine Mahlzeit für ihren Partner vor: verschiedene Currys, Chutneys und Linsenpüree – alles landet in den verschiedenen Lagen der Box. Diese wird dann von einem Dabbawalla abgeholt. Jeden Tag zur selben Uhrzeit, meist jahre- oder gar jahrzehntelang ohne Veränderung. Auf großen Handwägen werden die Dabbas sortiert und schließlich ausgefahren.

Damit die Dabba auch zum richtigen Empfänger findet, ist sie mit einem komplexen Code aus verschiedenen Farben, Zahlen und Buchstaben gekennzeichnet. So weiß jeder Bote ganz genau wo jede Box hin muss: Stadtteil, Gebäude, Stockwerk: alles ist aus dem Code ersichtlich. Die vollständige Adresse ist nur bei der aller ersten Auslieferung beigefügt, danach muss jeder Dabbawalla die Codes mit einem Blick entziffern können. Fehler passieren dabei so gut wie nie.

Die Dabbawallas organisieren ihre Arbeit in Gruppen, die so gut aufeinander abgestimmt sind, dass die erste Verteilung und Zustellung der Mahlzeiten stets reibungslos funktioniert. Für den Service bezahlt jeder umgerechnet etwa 5-8 Euro, so kommt ein Dabbawalla auf durchschnittlich 100 Euro Monatslohn. Der Beruf der Boten ist begehrt und angesehen, sie sind gerne Diener anderer Menschen, denn die Arbeit soll ihnen gutes Karma bringen.

Pünktlich zum Mittagessen stehen die persönlich gefüllten Dabbas dann bei den hungrigen Empfängern bereit – egal ob im Büro oder in der Fabrik, ein Großteil der Inder verlässt sich tagtäglich auf die harte Arbeit der Dabbawallas.

Ein beeindruckendes Logistiksystem – basierend nur auf menschliche Zusammenarbeit, ganz ohne Computerunterstützung.

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